Sanierungsbonus – Förderstopp ist kurzsichtig

Sanierungsbonus – Förderstopp ist kurzsichtig

Das Umweltministerium hat die Förderung für den Sanierungsbonus geschlossen – mit der Begründung, dass der Kesseltausch pro eingesetztem Euro eine höhere CO₂-Einsparung bringe. Diese rein technische „CO₂-pro-Euro“-Rechnung ist jedoch viel zu kurz gedacht: Wer die thermisch-energetische Sanierung der Gebäudehülle ausbremst, prolongiert Energieabhängigkeit, riskiert höhere Systemkosten – und nimmt den Verlust von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen billigend in Kauf.

„Es ist unverständlich und frustrierend, dass ausgerechnet jene Maßnahme zurückgedrängt wird, die dauerhaft wirkt – nämlich die Reduktion des Energiebedarfs selbst“, sagt Peter Schmid, Vorstandsvorsitzender der GDI 2050. „Ein getauschter Kessel bleibt abhängig von Energieträgern und Strom. Eine sanierte Gebäudehülle macht unabhängiger – und zwar langfristig.“

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Förderstopp bremst Wärmewende

Die Bundesförderung für thermische Sanierung von privaten Wohngebäuden fand 2024 ein jähes Ende. Die Folgen sind weitreichend: Geplante Modernisierungen privater Wohngebäude werden verschoben, das Bau- und Saniergewerbe berichtet von Auftragsrückgängen, Klimaziele rücken in weite Ferne.
„Der Gebäudesektor ist für rund zehn Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Jede nicht umgesetzte Sanierung verzögert den Weg zur Klimaneutralität“, so Peter Schmid, Vorstand der GDI 2050. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass Eigentümer ihre Förderoptionen kennen. Die positive Botschaft: In vielen Bundesländern stehen weiterhin beachtliche Fördermittel zur Verfügung.“

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Bauwirtschaft benötigt „Umkehrschub“

Nach einem Absatzhoch im Jahr 2021, in dem über 6,3 Millionen m³ an Dämmstoffprodukten verkauft werden konnten, ging es in den darauffolgenden Jahren für die Branche stetig bergab: 2022 brachte über alle Dämmstoffprodukte ein Minus von über 6 Prozent, im Jahr 2023 verdoppelte sich das Minus auf über 13,6 Prozent und erreichte im vergangenen Jahr sogar ein Minus von 14,5 Prozent. 2024 brachte mit insgesamt nur noch 4,4 Millionen m³ einen neuen Negativ-Rekord beim Dämmstoffabsatz.

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